Dresden, 2. März 2023 - Der Dresdner Softwareentwickler Kernkonzept ist Teil des MANNHEIM CeCaS-Forschungsprojekts für Hochleistungsprozessoren. Der vom Unternehmen entwickelte L4Re-Hypervisor leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung dieser neuartigen automobilen Plattformen für autonomes Fahren.
Unter dem Titel "Supercomputing for Automotive" soll im Projekt CeCaS ("Central Car Server") eine leistungsfähige Supercomputing-Plattform für Automobile entwickelt werden. Deren zentrale Recheneinheit wird auf neuartigen, automobilgeeigneten RISC-V-Hochleistungsprozessoren in nicht-planarer Transistortechnologie (FinFET) basieren. Sie wird von einer adaptiven Softwareplattform unterstützt.
Um die enormen Datenmengen energieeffizient zu bewältigen, die in Zukunft für die anspruchsvollen echtzeitnahen Berechnungen in hochautomatisierten Fahrzeugen anfallen, ist ein leistungsfähiger zentraler Fahrzeugserver unerlässlich. Zentrale Anforderungen sind dabei nicht nur hohe Zuverlässigkeit und Sicherheit, sondern auch Kompatibilität und Echtzeitfähigkeit. Damit die Technologie zeitnah im Bereich des autonomen Fahrens eingesetzt werden kann, wird eine vollständige ASIL-D-Qualifizierung auf Systemebene angestrebt.
Mit seiner einzigartigen Expertise bei virtualisierungsfähigen Echtzeit-Betriebssystemen und insbesondere mit dem von uns entwickelten L4Re Hypervisor wird Kernkonzept das CeCaS-Projekt dabei unterstützen, Hochleistungsplattformen effizienter zu gestalten und deren Benutzerfreundlichkeit zu erhöhen. In einem Central Car Server kann der L4Re Hypervisor die Scheduling-Mechanismen verbessern und die Integration verschiedener Anwendungen ermöglichen. Die L4Re-Hypervisor-Technologie setzt die hohen Anforderungen an Sicherheit und Echtzeitfähigkeit im Bereich des autonomen Fahrens zuverlässig um.
"Der von uns entwickelte L4Re Hypervisor wird seit Jahren erfolgreich in der Automobilbranche eingesetzt. Im CeCaS-Projekt werden wir unsere große technologische und praktische Erfahrung einbringen, um eine alltagstaugliche, energieeffiziente und kostengünstige High-End-Computing-Plattform zu schaffen", verspricht Adam Lackorzynski, CTO von Kernkonzept. "Mit unserem Beitrag zur Technologieentwicklung beim autonomen Fahren können wir die europäische Automobilindustrie fit für die Zukunft machen."
Die CeCaS ("Central Car Server") Projekt ist eines von vier strategischen Projekten in der MANNHEIM-Förderrichtlinie, die seit Dezember 2022 im Rahmen des "Zukunftsfonds Automobilindustrie" an High-Performance-Computing-Plattformen und zukunftsfähiger Softwareentwicklung forschen.
CeCaS wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Forschungsförderrichtlinie MANNHEIM ("Elektronik- und Softwareentwicklungsmethoden für die Digitalisierung der Automobilität") mit 46,2 Mio. Euro gefördert und vom Chiphersteller Infineon Technologies koordiniert. Bis 2025 werden 26 Partner, darunter große Automobilhersteller wie Bosch, Continental und ZF Friedrichshafen, aber auch Forschungseinrichtungen wie das KIT, die TU München und Fraunhofer sowie zahlreiche mittelständische Unternehmen, an der Softwareentwicklung für den Central Car Server arbeiten.