Cockpit-IVI-Demo auf Arm-Plattform mit L4Re

Im Rahmen der CES 2026 in Las Vegas präsentierte Kernkonzept mit seinen Partnern Telechips und Elektrobit eine gemeinsame Demo, die zeigt, wie sich Infotainment und sicherheitskritische Cockpit-Funktionen auf einer einzigen Automotive-Hardwareplattform zuverlässig vereinen lassen.

Dresden, 13. January 2026Im Rahmen der CES 2026 in Las Vegas präsentierte Kernkonzept mit seinen Partnern Telechips und Elektrobit eine gemeinsame Demo, die zeigt, wie sich Infotainment und sicherheitskritische Cockpit-Funktionen auf einer einzigen Automotive-Hardwareplattform zuverlässig vereinen lassen. Die Demo adressiert zentrale Herausforderungen moderner Fahrzeugarchitekturen – von Mixed-Criticality über funktionale Sicherheit bis hin zur performanten Nutzung grafikintensiver Anwendungen.

Auf der CES 2026 zeigten Kernkonzept, Elektrobit und Telechips eine gemeinsame Cockpit-IVI-Demo, die zentrale SDV-Komponenten auf einer Arm-Automotive-Hardware vereint. Dies umfasst die sichere Isolation mehrerer Gastsysteme wie Android durch L4Re, sichere Hardware-basierte Grafikvirtualisierung und eine Safety-Umgebung für Linux. Zu sehen ist die Demo bei Telechips.

Telechips stellt mit der Plattform „Dolphin 5“ einen leistungsfähigen Automotive-Zentralrechner mit Arm-Automotive-Prozessor und Automotive-Grafikeinheit zur Verfügung. Elektrobit zeigt darauf seine Lösung EB corbos Linux for Safety Applications für sicherheitskritische Cockpit-Funktionen. Kernkonzept liefert die technologische Basis für die Virtualisierung und Isolation der verschiedenen Systeme, die es nun erlaubt, auf Cortex®-A Prozessorkernen Linux-basierte Safety-Funktionen zusammen zu platzieren.

Infotainment und Instrumentencluster auf einer Plattform

Im Mittelpunkt der Demo steht eine integrierte Cockpit-Lösung, bei der ein Android-basiertes Infotainment-System (IVI) und ein sicherheitskritisches Instrumenten-Cluster parallel auf einer gemeinsamen Hardwareplattform betrieben werden. Beide Systeme laufen auf getrennten virtuellen Maschinen und sind strikt voneinander isoliert. Elektrobits „EB corbos Linux for Safety Applications“ bietet die Möglichkeit, beim Instrumenten-Cluster auf bewährte und bekannte Softwarelösungen zurückzugreifen und diese im Safety-Umfeld einzusetzen.

Ein zentrales Element ist die hardwaregestützte Grafikvirtualisierung Arm Mali™-G78AE auf der „Dolphin 5“-Plattform von Telechips. Diese erlaubt es, grafikintensive Anwendungen performant darzustellen, obwohl sie virtualisiert ausgeführt werden, und zeigt damit, dass moderne Cockpit-Funktionen ohne Abstriche bei Performance oder Zuverlässigkeit zusammengeführt werden können.

L4Re als Enabler für sichere Virtualisierung

Die technische Grundlage der Demo bildet das L4Re-Framework von Kernkonzept. Es übernimmt die Virtualisierung und Isolation der unterschiedlichen Softwarekomponenten und stellt sicher, dass sicherheitskritische und nicht-sicherheitskritische Anwendungen koexistieren können.

„Mit L4Re schaffen wir die Voraussetzung dafür, dass Infotainment und Instrumentencluster auf einer gemeinsamen Hardwareplattform sicher, performant und strikt voneinander getrennt betrieben werden können“, erklärt Dr. Adam Lackorzynski, CTO und Gründer der Kernkonzept GmbH. „Gerade im Cockpit-Bereich ist diese Kombination aus Isolation, Performance und Flexibilität entscheidend.“

Die klare Trennung der virtuellen Maschinen gewährleistet funktionale Sicherheit und sichert gleichzeitig eine stabile Performance-Isolation – ein zentrales Kriterium moderner Software-Defined-Vehicle-Architekturen (SDV).

Antwort auf zentrale Herausforderungen moderner Fahrzeugarchitekturen

Die Demo adressiert mehrere Schlüsselthemen, die OEMs und Zulieferer aktuell beschäftigen: vor allem die sichere Koexistenz von Safety- und Non-Safety-Anwendungen (Mixed-Criticality), die zuverlässige Darstellung sicherheitsrelevanter Informationen im Cockpit sowie die effiziente Nutzung gemeinsamer Hardware-Ressourcen.

„Die Lösung zeigt anschaulich, wie sich komplexe Anforderungen wie Safety, Performance-Isolation und GPU-Nutzung in einer realistischen Automotive-Architektur zusammenbringen lassen“, so Lackorzynski weiter. „Das ist ein typischer Use Case, den Fahrzeughersteller heute erwarten – und der in dieser Form zuverlässig umgesetzt werden muss.“

Strategische Bedeutung der CES-Demo

Für Kernkonzept hat die Präsentation auf der CES 2026 besondere strategische Bedeutung. Zwar war die Technologie des Unternehmens schon mehrfach Bestandteil von CES-Demos, jedoch bislang ohne eigene Präsenz vor Ort. Die gemeinsame Demo mit Elektrobit und Telechips markiert einen Schritt hin zu mehr Sichtbarkeit im internationalen Automotive-Ökosystem.

Seit 2017 arbeiten Kernkonzept und Elektrobit im Bereich Virtualisierung und Hypervisor-Technologie eng zusammen. Die CES-Demo zeigt diese Partnerschaft erstmals in Form einer vollständig integrierten Cockpit-Lösung, die die Zusammenarbeit bei virtualisierten zentralen Steuergeräten für die Fahrzeugsteuerung ergänzt. Die präsentierten Lösungen basieren auf Open Source-Technologien; Virtualisierung und Isolation werden durch das Open Source L4Re Hypervisor ermöglicht. Auch Elektrobits EB corbos Linux for Safety Applications nutzt den quelloffenen L4Re Hypervisor. Zusammen mit der Arm-Automotive-Hardwareplattform zeigt diese Demo eine ökonomisch attraktive Lösung.

Relevanz für OEMs, Tier-1-Zulieferer und Entwickler

Die Demo richtet sich insbesondere an OEMs, Tier-1-Zulieferer sowie Entwickler und Architekten für zentrale Fahrzeugrechner, Infotainment- und Cockpit-Systeme. Auch Entscheider im Umfeld Software-Defined-Vehicle und Automotive-Softwareplattformen finden hier ein praxisnahes Beispiel für die Umsetzung moderner Fahrzeugarchitekturen.

Kernkonzept ist ein Spezialist für sichere Virtualisierungs- und Betriebssystemtechnologie, mit Kunden, die komplexe Softwareprodukte für sicherheits- und missionskritische Anwendungen entwickeln, welche oft Zertifizierung oder Akkreditierung erfordern.

Auf der Grundlage der Open-Source-Technologie L4Re – einer Mikrokern-basierten Betriebssystem- und Hypervisor-Plattform – entwickelt Kernkonzept Systemlösungen mit einer minimalen Angriffsfläche, Echtzeitfähigkeiten und Virtualisierungsunterstützung, bis hin zum für GEHEIM und NATO SECRET zugelassenen Produkt L4Re Secure Separation Kernel VS und dem nach Common Criteria EAL4+ rezertifizierten L4Re Secure Separation Kernel CC.

Durch den Einsatz der zertifizierten und erprobten L4Re-Technologie können Kunden die Zertifizierung ihrer eigenen Produkte erheblich beschleunigen – und damit Zeit, Kosten und Risiko deutlich reduzieren. Kernkonzept passt diese Lösungen an die spezifischen Anforderungen des Automobil-, Hochsicherheits- und Embedded-Marktes an und unterstützt Kunden mit umfassender, individueller Architekturberatung und Entwicklung. Die Kernkonzept GmbH ist ein mittelständisches Unternehmen mit Sitz in Dresden.

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